Lagebericht – was wir um uns wahrnehmen

Manchmal schaue ich mir auf YouTube alte Videos an. Alt meint… Von vor davor. Wie Menschen im Restaurant zusammensitzen.
Oder Konzerte besuchen. Alle noch zusammenstehen. Und das niemanden irritiert.
Die Erinnerung daran verwischt.
Immer mehr. Selbst bei mir. Der sich wehrt.
Selbst ich ertappe mich dabei verwundert zu sein, wieso jemand irgendwo keine Maske an hat. Oder gar des anderen Schulter berührt. Wie kann das sein? Er ist doch – sichtbar – nicht aus einem Haushalt…
Es macht was mit uns. Dort, wohin es uns führt – ist es kalt.
Intuitiv erkennen wir das. Wir spüren es. Wischen es weg.
Was soll’s. Geht ja nicht anders. (?)
Es gibt diesen Schmerz. Unter dem Brustbein. Als wäre es schwer. Das Herz. Aber wir adaptieren natürlich. Irgendwann wird dieser auch normal. Und die Kälte bleibt. Nur – wollen wir das? … !
Ich meine – Kinder ritzen sich. Mehr als vorher.
Bei einem Kinderarzt soeben gleich 3. Er schlägt Alarm.
Und kriegt dafür auf die Fresse.
Solidarität. Hat uns unmenschlich gemacht.
Auf dem Irrweg, nicht krank zu werden, werden wir es.
Aber tiefer. Länger.
Wir haben ein Problem mit Atemwegserkrankungen.
Heißt es. Gleichzeitig frieren 2 Millionen in ihren Wohnungen.
Weil das Geld zu knapp fürs Heizen ist. Sowas wabert an uns als Nachricht vorbei. Der Widerspruch? Aufgelöst. In all diesem Nebel der Medienkerzen. Dabei gibt es so viele Widersprüche. Und Widerreden. Wer sie ausspricht, lebt gefährlich. Oder wird gelöscht.
Eigentlich weißt Du nicht mal mehr, mit wem Du darüber reden kannst. Denn auf die Fresse gibt es eigentlich immer.
Von irgendwem. Der solidarisch ist.
Manchmal sind das die, auf die Du einst hast zählen können.
Natürlich kannst Du Dich distanzieren. Das ist ohnehin schick gerade. Distanz. Aber das macht weiter allein. Auch nicht ideal. Vielleicht nötig. Aber nicht ideal.
Ja. Man findet jetzt dafür mit anderen zusammen.
Weniger vertraut. Wenn man vertraut. Wenigstens gleichen Geistes. Für den Moment. Was davon bleibt wenn das gemeinsame Thema verschwindet – sollte es das überhaupt je – werden wir sehen.
Man hat an Hoffnung gespart aber Panik geschürt.
Verantwortung übernehmen sollten die, die das waren. Alle. Die Hoffnung ist gering, dass das passiert. Und doch ist es die Lösung.
Womöglich die einzige. Sonst bleiben die Graben tief. Und der Schaden – auf Lebzeiten. Vielleicht für Generationen.
Es ist schon unglaublich, was nur ein Jahr erzeugen kann.
Und die falschen Leute auf den Posten.
Wenn das das Land werden soll, in dem man gut und gerne lebt, dann liegt es an uns.
Wir müssen im Kleinen anfangen und daraus wachsen.
Es wird Kraft fordern und Geduld kosten.
Aber wer lang darüber nachsinnt stellt fest:
DAS… ist tatsächlich – alternativlos.

Netzfund