Der Hund, der Eier legt. Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken

(Deutsch) Taschenbuch – 2. Januar 2001
von Hans-Peter Beck-Bornholdt und Hans-Hermann Dubben

Mit Statistik lässt sich fast alles beweisen – das ist eine Binsenwahrheit. Und doch vertrauen wir bereitwillig jeder neuen Studie, die Wissenschaftler und Journalisten verbreiten.

«Glauben Sie gar nichts!» ist dagegen das Credo der Autoren, die mit bissigem Humor das gesunde Misstrauen stärken. Ein witziges, unterhaltsames und zugleich brisantes Buch mit einigen gar nicht mehr witzigen Enthüllungen über seltsame Bräuche in den Werkstätten der internationalen – vor allem medizinischen – Forschung.

„Man kann aus Allem irgendwas ziehen, schließen, überzeugt werden. Genau darum hat sich ja die wissenschaftliche Methode gegen das ganze Bauchgefühl irgendwann ein bisschen durchgesetzt, wobei letzteres deswegen nicht schlecht ist.

Die Methodik wird gewaltig unterschätzt. Auch als tatsächlich kluger und gebildeter Mensch (nehme ich für mich nur bedingt in Anspruch) kann man dauernd auf Zusammenhänge reinfallen, die nicht existieren, indem man der Methodik nicht gegenwärtig ist.

Ein schönes Beispiel bei genanntem Büchlein ist die Vermischung von Logik und Statistik: „99,999% aller Menschen sind nicht Papst, also ist der Papst höchst wahrscheinlich kein Mensch.“

Man muss sich dauernd solcher dämlichen falschen Schlussfolgerungen bewusst sein, es ist eine stete Anstrengung, nicht darauf reinzufallen. Wer das nicht schafft, dessen Synapsen schließen sich dann in möglichst projektionsoffenen Räumen mit Spielraum für alles: Das System, die Juden, die Rückseite des Mondes … 

Was damit genau gemeint ist, will keiner so genau wissen, es würde ja die Einfachheit der Denkökonomie perpetuieren, man müsste dann wirklich nachdenken. Und genau das ergibt dann eine matrixähnliche Struktur; die Ebene über der Ebene der Ebene, was Vielen verständlicherweise kaum greifbar ist, weil sie eigentlich gar keine Lust dazu haben, aber ein Gefühl dafür spüren.

Wenn man das alles etwas reflektiert hat, kann man anfangen zu begreifen, was Wissenschaft eigentlich bedeutet.“

Netzkritik

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