Hausverbot bei der Post

Maske oder not Maske – that is the question here…

Zwei Erfahrungsberichte bezüglich desselben Vorfalls – danke für das zur Verfügung stellen und der Erlaubnis, dieses öffentlich zu machen!

„Sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Schreiben wende ich mich an Sie verbunden mit der Bitte, Klarheit in dem Dschungel der Verordnungen und Gesetze zu schaffen, so das Rechte und Pflichten klar ersichtlich werden.
Dazu möchte ich Ihnen schildern, wie die Corona Verordnung mich zu einen „Verbrecher“ machte:
Am Freitag, den 22.01.2020 wollte ich ein an mich adressiertes Paket in der Postfiliale in der Flachsbachstraße in Langen abholen. Ich betrat diese Filiale ohne Mund-Nasen-Bedeckung, da mir das Tragen dieses aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist. Um dieses zu belegen führe ich auch immer mein ein medizinisches Attest mit mir umso eventuelle Schwierigkeiten zu umgehen.
In dieser Postfiliale kam es jedoch total anders. Als mich die Angestellten ohne Maske erblickten, wurde ich sofort der Post verwiesen. Ich machte darauf aufmerksam, dass ich keine Maske tragen kann und dafür auch ein Attest bei habe. Es half nichts! Mir wurde mit Polizei gedroht, sollte ich die Filiale nicht verlassen, da man Weisung hat, niemanden ohne Maske zu bedienen.
Ein Postangestellter rief die Polizei und somit wartete ich vor der Filiale auf deren eintreffen. Da dieses nicht geschah, betrat ich abermals die Filiale, um weiterhin mein Paket zu bekommen. Wieder keine Einsicht der Angestellten als ich darauf aufmerksam machte, dass die von Ihnen erwähnte Corona Verordnung Ausnahmen für das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung enthält. Selbst einige andere Postkunden stimmten mir zu, dass diese Art von Behandlung eine Diskriminierung darstelle und es wohl nicht üblich sein kann. Mein Paket erhielt ich trotz allem nicht.
Ein Postkundeerklärte sich bereit, mir mein Paket in der Filiale in Empfang zu nehmen, wenn ich Ihm die Vollmacht ausstelle und mir dies vor der Filiale zu übergeben. Doch auch diese Möglichkeit wollten die Postangestellten zunichtemachen, da Sie mir nicht erlauben wollten, den dort bereit gelegten Kugelschreiber zu nutzen, eben, weil ich keine Maske trage.
Nichtsdestotrotz füllte ich die Vollmacht aus und wartete wie ein Aussätziger vor der Filiale, wo dann auch die Polizei eintraf. Nachdem die Polizeibeamten mein Ausweis und Attest kontrollierten konnten auch die Beamten keine Klärung herbeiführen. Es war wie in der Filiale selbst – zwei Beamte, zwei Meinungen! Der eine Polizist war der Ansicht, die Postangestelltenhandeln korrekt, da Sie eine Weisung Ihres Arbeitgebers folgten, wogegen der andere Polizist meiner Position zustimmte, dass ich mit meinem Attest vom Tragen der Maske befreit wäre.
Wenn nicht mal zwei Polizeibeamte sagen können, wie eine Verordnung richtig angewandt wird, wie soll dann in der Bevölkerung Verständnis für diese Maßnahmen entstehen?
Ich möchte Sie bitten, mir eindeutig darzulegen, ob Sie mit Verordnungen erreichen wollen, dass Kranke ausgegrenzt werden sollen? Darf ein Arbeitgeber dafür sorgen, dass Gleichberechtigung aller Menschen auf Grund einer Weisung ausgesetzt wird und wenn ja, können Sie sich vorstellen, dass dies ein Anfang von vielen Ausgrenzungen sein wird?
Ich bedanke mich vorab für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen“

Am Freitag nach dem „Postvorfall“ habe ich ja bereits mehrere Telefonate geführt, um meinen Frust in Form einer Beschwerde loszuwerden. Unter anderem auch bei der Anti-Diskriminierungsstelle. Von denen erhielt ich gerade Antwort. Dieses in meinen Augen belanglose Bla-Bla möchte ich euch nicht vorenthalten:

„Sehr geehrter Herr,
vielen Dank für Ihre Anfrage an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
Sie sehen sich im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aufgrund der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes diskriminiert.
Wir haben hier die wichtigsten Informationen dazu für Sie zusammengestellt: https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ThemenUndForschung/Corona/Mund_Nasenschutz/mund_nasen_schutz_node.html
Bitte informieren Sie sich zunächst darüber. Dort finden Sie konkrete Hinweise zu vielen verschiedenen Lebensbereichen, in denen es wegen der Maskenpflicht zu Problemen kommen kann.
Eine eingehende Beratung in Ihrem Einzelfall können wir wegen der sehr hohen Auslastung momentan leider nicht leisten. Bei schriftlichen Nachfragen müssen Sie mit einer Beantwortungszeit von mehreren Wochen rechnen.
Gerne können Sie auch unsere Beratungsstellensuche nutzen, um Unterstützung vor Ort zu finden:
https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Beratungsstellensuche/Beratungsstellensuche_formular.html
Wir hoffen, unsere Hinweise helfen Ihnen weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Referat Beratung (ADS-3)
—————————————————————-
Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Glinkastraße 24, 10117 Berlin
Telefon: 030 18 555-1855 (vorübergehend nicht erreichbar)
Fax: 030 18555-41865
E-Mail: beratung@ads.bund.de
Internet: www.antidiskriminierungsstelle.de

Hier nun der zweite Bericht einer zur gleichen Zeit anwesenden Passantin:

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Postfach 31 40
65021 Wiesbaden
poststelle@hsm.hessen.de

29.01.2021
Diskriminierung: Wegen der Befreiung des Tragens einer Mund-Nasenmaske bei Schwerbehinderung
Sehr geehrte Damen und Herren,
„Die Antidiskriminierungsstelle im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) wurde Anfang 2015 eingerichtet. Sie tritt Diskriminierungen und Rassismus entschieden entgegen und setzt sich mit ihrer Arbeit für ein wertschätzendes Miteinander in Hessen ein.“
Diese Information erhält man im Internet.
Ein „wertschätzendes Miteinander in Hessen“ lässt sich in einigen, wenn nicht sogar vielen Bereichen des öffentlichen Lebens n i c h t mehr feststellen, wenn man wie ich keinen Mund-Nasen-Schutz tragen kann oder darf!
Weiter lese ich, dass Sie fünf Arbeitsschwerpunkte haben, darunter Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und Sensibilisierung.
Seit Beginn der Einführung der „Maßnahmen“ im März 2020 habe ich große Probleme mit dem Tragen der „Maske“.
Das Tragen des Kinn-Visiers machte es mir um ein Vielfaches leichter und so konnte ich Andere vor meinem natürlichen Speichelauswurf schützen. Dann wurde dieses Kinn-Visier verboten. Ich versuchte es mit dem Gesichtsvisier, dass jedoch kurz darauf auch nicht mehr akzeptiert wurde.
Es muss nicht darüber diskutiert werden, dass weder das Tragen der Masken, auch nicht der FFP2, noch anderer Vorrichtungen Viren aufhält!
Meine Ärztin hat mir daraufhin ein Attest ausgestellt, dass mich vom Tragen dieser Masken befreit. (Meine Schwerbehinderung ist seit vielen Jahren mit 60% dokumentiert.)
Seither werde ich immer wieder aufs Fürchterlichste diskriminiert.
Während nach und nach das Personal in Lebensmittelgeschäften sensibler und umgänglicher mit mir umgegangen sind und die Befreiung akzeptieren, sind es doch oft die Mitmenschen, die durch die ständigen Durchsagen in Geschäften und den nur in eine Richtung weisenden Medienberichten von TV und Hörfunk panisch in Angst reagieren und mich anfeinden und diskriminieren.
Da zu Ihren Aufgaben Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und Sensibilisierung gehört, vermisse ich hier den Einsatz für die vielen Menschen, denen das Tragen des Mund-Nasenschutzes nicht möglich ist.
Folgende direkte Diskriminierung möchte ich hier zur Anzeige bringen:
Am 26.01.2021 wollte ich bei der Hauptpoststelle Langen Briefmarken erwerben und gegen etwa 17:15 Uhr stellte ich mich (im Regen) in einer längeren Warteschlange (ohne Mund-Nasenschutz, natürlich mit dem notwendigen Abstand) draußen an. Etwa an Stelle 5 vor der Post-Theke (jetzt in der Tür des Postraums) wurde ein 2 Positionen vor mir stehender Kunde (ohne Mund-Nasenschutz) aggressiv von der Bediensteten angegangen. Er solle sofort die Post verlassen. Der Kunde hat höflich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass er ein ärztliches Attest hat; wegen seinem Widerspruch erhielt er dann Hausverbot.
Auf meine Frage von der Tür aus, was mit mir ist wegen der Befreiung, kam der eine Postbeamte zu mir und zeigte mir eine Anweisung seiner Dienststelle, dass er Menschen ohne Maske nicht bedienen darf.
Die Aggressivität der Postbediensteten, mit der auch gegen den Herrn weiter vor mir vorgegangen wurde, sowie die Tatsache, dass ich einfach nicht bedient werde, nur, weil ich keine Maske tragen kann und darf, trieb mir die Tränen in die Augen, ließ mir die Beine weich werden und ich fühlte mich so herabgesetzt und gedemütigt!
Bereits 2x wurde ich beim Abholen eines Paketes (wie ein Hund) lautstark des Raumes verwiesen. Damals hat ein Mitarbeiter sich dazu erbarmt mich vor der Tür zu bedienen.
Es kann nicht sein, dass ich durch die Befreiung vom Tragen eines Mund-Nasenschutzes immer wieder derart bedrängt und diskriminiert werde.
Nicht nur wegen dieses Geschehens am 26.1., sondern darüber hinaus erwarte ich von Ihrer Antidiskriminierungsstelle ein Einschreiten, um weiteren Diskriminierungen auch präventiv entgegen zu wirken.
Es wäre wünschenswert, wenn Sie sich dieses Falles annehmen würden und auch in der Öffentlichkeit aufklären, dass ein wertschätzendes Miteinander in dieser außergewöhnlichen Zeit unabdingbar ist!
Mit freundlichen Grüßen“

Wir werden zu diesem Fall weiter berichten – bleiben Sie dran, abonnieren Sie unseren Newsletter.

1 thought on “Hausverbot bei der Post

  1. Habe ich leider auch erlebt. Ich musste ein wichtiges Einschreiben bezüglich meiner Rente verschicken. Hatte mein Attest griffbereit und offen auf den Tresen gelegt. Mein Hausarzt hat seine Praxis schräg gegenüber, müsste also bekannt sein. Er würde niemals ein Fakeattest rausgeben.
    Spuckschutz war auch vorhanden. Ich habe versucht mit dem Diskriminierungsgesetz zu argumentieren und mit Polizei gedroht. Keine Chance. In dieser Zeit die sie sie verschwendet hat um mit mir zu diskutieren hätte sie mein Einschreiben 3 mal anfertigen können.
    Ich habe tatsächlich die Polizei angerufen die auch zugesichert hat zu kommen. Ich habe etwas über eine halbe Stunde gewartet bis Ladenschluss, leider unterrichtete Dinge, weit und breit keine Polizei.
    Dummerweise hatten wir uns knapp verpasst, aber die Angestellte war noch da. Bei dem Gespräch mit den Polizisten war sie nicht weniger hartnäckig und berief sich auf ihr Hausrecht und die Anweisung ihres Vorgesetzten.
    Merkwürdigerweise habe ich seitdem keine Post mehr in meinem Briefkasten!
    Dieser Vorfall ereignete sich bereits am 17. Dezember

    Ebenso darf ich hier bei Edeka nicht einkaufen und wurde aufgefordert entweder eine Maske aufzusetzen oder sofort den Laden zu verlassen.Ich habe erklärt dass ich krank bin und keine Maske tragen darf. Ich hatte bereits mein Attest in der Hand um es auch zu zeigen, aber die Angestellte lies mich einfach stehen und holte sich Verstärkung von einem Kollegen der ca. 2m groß war und mindestens 180kg wog.

    Bei Kaufland an der Kasse haben sich 2 Männer hinter mir lautstark über mich aufgeregt. Das wäre ja absolut verantwortungslos von mir und „solche wie ich“ müsste man weigern zu bedienen.

    Böse Blicke, Beleidigungen, Ausgrenzung, Diskriminierungen aus allen Richtungen!

    Was glaubt ihr wie lange ein Mensch das aushalten und ertragen kann, noch dazu wenn er ohnehin schon psychisch krank ist???

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