Rede an die Nation

Vorwort:

Ich habe damals als 20jähriger viele Vorbilder gehabt; eines davon war Karl Kraus, Herausgeber der Literaturzeitschrift „Die Fackel“ aus Wien.

Karl Kraus und seine „Fackel“ wirkten zwischen 1899 und 1936, und schon damals verfasste er einen literarischen Beitrag, der noch heute seinesgleichen sucht:

Er sammelte Zitate seiner Zeit und stellte diese dann so zusammen, dass sich ein Theaterstück daraus formte – nur gilt es allgemein als unaufführbar, da es mindestens 7 Stunden dauere und somit sein Publikum bis ins Mark überfordere.

Karl Kraus nahm Zitate seiner Zeit – kein einziges Wort war von ihm – um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten bezüglich der Frage, wie und warum es zum 1. Weltkrieg gekommen ist.

Sein Geist ist mir noch heute willkommener Gast, und in diesem Geiste entstand die Idee, ähnliches bezüglich Corona-Virus in kleinstgehaltener Form zu gestalten – denn ich will Sie ja nicht überfordern…

So bedenken Sie nun, dass alles, was Sie gleich hören werden, ein Zitat von unseren bekannten Schauspielern ist, Schauspieler wie Angela Merkel, Jens Spahn, Markus Söder, Herr Drosten, Wiehland und wie sie alle heißen.

Ich habe kein Wort weggelassen oder dazugedichtet – allein ihre Worte, die uns täglich in irgendeiner Weise oder Form um und in die Ohren dringen, sollen den Wahnsinn zeigen, der uns mittlerweile seit 4 Monaten begleitet und leitet.

Rede an die Nation

Die überwältigende Mehrheit der Menschen hat verstanden, dass es jetzt auf jeden und jede ankommt.

Dass jeder und jede seinen Teil dazu beitragen kann, aber auch muss, das Virus aufzuhalten.

Niemand von uns, die wir in einer Demokratie politische Verantwortung tragen, hat sich gewünscht je mit solchen Regelungen vor die Bürger treten zu müssen.

Dass sich so viele an diese Verhaltensregeln halten, das berührt mich sehr.

So retten wir Leben.

Bitte ziehen Sie alle mit. Tun sie jetzt das, was richtig ist für unser Land.

Zeigen Sie Vernunft und Herz.

Die Lage ist ernst. Nehmen Sie sie auch ernst.

Ich glaube fest daran, dass wir diese Aufgabe bestehen.

Wir haben die allererste Phase der Pandemie hinter uns. Es muss aber bewusst sein, dass wir immer noch am Anfang der Pandemie sind.

Ich möchte hier sehr klar sagen, dass im Augenblick nicht der Zeitpunkt ist, um über die Lockerung dieser Maßnahmen zu sprechen.

Wir sind jetzt gerade im Sommer der Entscheidungen.

Und dann kommen der Herbst und dann der Winter der Entscheidungen.

Jetzt kommen überhaupt nur noch Entscheidungen.

Wir gehen einen mutigen Weg.

Das glaube ich schon.

Jetzt ist es an der Zeit ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Heute, in dieser Stunde, in diesem Moment, bin ich von einem einzigen, alles überragenden Gefühl erfüllt – von dem Gefühl der Dankbarkeit.

Es war mir eine große Freude, es war mir eine Ehre.

Wer in diesen Tagen an einer Supermarktkasse sitzt oder Regale befüllt, der macht einen der schwersten Jobs, die es zurzeit gibt.

Danke, dass sie da sind für ihre Mitbürger und buchstäblich den Laden am Laufen halten.

Unzählige Mitbürger arbeiten im Gesundheitssystem oder halten unsere tägliche Versorgung aufrecht.

Wir sollten ihnen dafür immer danken.

Vor allem aber schulden wir ihnen, dass wir dem Virus so wenig Möglichkeit geben, sich auszubreiten, wie wir das irgendwie können.

Eine Diagnose oder die Verschlechterung einer lebensbedrohlichen Erkrankung wirft automatisch die Frage auf:

Wenn ich jetzt ins Krankenhaus gehe, werde ich es dann nochmal lebend verlassen?

Schon das ist eine Ausnahmesituation.

Wir können doch ganz offen sagen, dass wir in einem Dilemma stecken.

Oberstes Ziel bleibt es, dass die Infektionszahlen unser Gesundheitssystem nicht überfordern.

Deshalb darf sich das Virus nicht zu schnell ausbreiten.

Zugleich müssen wir das soziale und wirtschaftliche Leben allmählich wieder in Gang bringen.

Dafür braucht es sorgfältig erörterte Schritte – wir müssen dabei aber immer die Infektionszahlen im Blick behalten.

Wer unnötige Begegnungen vermeidet, hilft allen, die sich in den Krankenhäusern um täglich mehr Fälle kümmern müssen.

Gegen das Coronavirus isst man am besten täglich drei Knoblauchzehen.

Es wirkt zwar nicht gegen das Virus, aber der Abstand von eineinhalb Meter wird definitiv eingehalten.

Wir möchten gerade in Zeiten der Not füreinander da sein.

Doch im Augenblick ist leider das Gegenteil richtig. Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge.

Wir werden als Gesellschaft und Familien andere Formen finden, einander beizustehen.

Schon jetzt gibt es viele kreative Formen, die dem Virus und seinen sozialen Folgen trotzen.

Diese Pandemie ist eine demokratische Zumutung.

Zur Anwendung auf den Anti-Corona-Demonstrationen kommen die gängigen Mittel des Populismus, das zeigen nicht nur die Vergleiche mit 1933 und der DDR-Diktatur.

Die Regierungsgegner kultivieren ein Grundmisstrauen gegen die da oben und täuschen einfache Lösungen für komplexe Problemlagen vor.

Im Zuge der Corona-Pandemie haben wir sehr intensiv im Blick, wie extremistische Szenen jeder Couleur reagieren und sich äußern.

Extremisten nutzen Krisen, um ihre Ideologien zu begründen und neue Anhänger zu gewinnen.

Krisenzeiten mit dem verengten Zeitkorridor für das Regierungshandeln gehen häufig damit einher, dass parlamentarische Rechte ausgehebelt werden.

Was wir da im Augenblick sehen, ist der Versuch des Gesundheitsministers und der Bundesregierung, Kompetenzen vom Parlament auf die Exekutive zu verlagern und Elemente föderaler Gewaltenhemmung neu zu justieren, und zwar zugunsten des Bundes.

Man kann nicht erwarten, jemanden überzeugen zu können, der seit langem an solche Zusammenhänge glaubt.

Dabei gilt, grob vereinfacht, die Regel:

je älter, desto verbohrter. Ich habe dazu Menschen befragt – die einzigen, die sich von einem Irrglauben, ob Verschwörungsmythen oder in Sekten, wieder abwandten, waren alle unter 40.

Und die Aussage ist einfach klar:

Es gibt auch bei Kindern sehr hohe Viruslasten.

Und das ist nur das, was wir sagen wollen.

Man hätte das im Prinzip ohne jede statistische Analyse veröffentlichen können.

Aber wir wollten das doch auch selbst noch mal infrage stellen.

Nicht nur älteren Menschen empfehle ich, die Nachrichten und die daraus erwachsenden Sorgen mit der eigenen Lebensrealität abzugleichen.

Bin ich wirklich gefährdet?

Habe ich so viel Kontakt zu anderen Menschen?

Fahre ich viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln?

Oder spiegeln meine Ängste nicht eher die mediale Berichterstattung wider, die mitunter vielleicht etwas drastischer ist, als meine eigene Lebenswirklichkeit daherkommt?

Wir wissen aus der Geschichte, dass es während Kriegen und Epidemien anfangs immer Wellen der Solidarität gab.

Diese lösten sich aber mit der Zeit auf.

Wenn große Schocks andauern, entsteht Druck auf das soziale Gefüge.

Das Coronavirus betrifft die ganze Welt – aber auch die Lage der Flüchtlinge.

Es hat noch nie so viele Flüchtlinge gegeben seit dem Zweiten Weltkrieg wie in den letzten Jahren.

Wir müssen die Not gemeinsam bekämpfen und besiegen.

Wir dürfen nicht eine Not gegen die andere ausspielen.

Das Coronavirus hat uns wie ein Asteroid getroffen und in der europäischen Wirtschaft ein kraterartiges Loch hinterlassen.

Das Virus ist eine demokratische Zumutung und greift die Grundfesten unserer Gesellschaft an.

Wir sind in der schwersten wirtschaftlichen Situation in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, man muss sich das vor Augen führen.

Ökonomen haben das Kommando übernommen und die Medizin immer mehr an den Rand gedrängt.

Sie ist bald nur noch Mittel zum Zweck.

Ich bin mit der ganzen Richtung nicht einverstanden, in die das große Schiff Gesundheitswesen gesteuert wird.

Die einen haben Angst vor dem Virus, die anderen vor dem Verlust der Existenz.

Das kann noch sehr viel emotionaler werden.

Da müssen wir wirklich aufpassen.

Ich habe das Gefühl, dass die Kirche im Moment eher abgetaucht ist.

Zumindest bei der Interpretation der Krise ist ihre Stimme kaum zu hören.

Von unseren Vordenkern kommt mir da zu wenig.

Wer glaubt, Corona verschwindet langsam, ist im besten Falle naiv.

Corona bleibt tödlich.

Berührungen sind biochemischer Klebstoff.

Es darf in keinem Fall der Eindruck entstehen, die Pandemie wäre schon vorbei.

Wir bleiben erfolgreich, wenn wir es dem Virus weiterhin schwermachen – dabei hilft Abstand halten, auf Hygiene achten, Alltagsmasken tragen.

Das Maskentragen wird unseren Alltag bestimmen, in Zusammenspiel mit Abstandsgeboten und Handhygiene.

Wir werden distanzierter miteinander umgehen.

Es ist lebenswichtig, dass die Maßnahmen, um soziale Distanz durchzusetzen, früh, entschieden und schnell umgesetzt werden.

Nur so lässt sich die Ausbreitung des Virus verlangsamen und der Druck auf die Gesundheitssysteme reduzieren.

Aber ich habe schon das Gefühl, dass es einfach wirklich dringend ist, denn alle reden im Moment davon, wie man aus den jetzigen Distanzierungs-Maßnahmen rauskommt.

Wichtig ist mir dabei das Wort ’schrittweise‘.

Dass von einem Tag auf den anderen wieder alles so sein wird wie vorher, das wird nicht funktionieren.

Und die Ideen, die präsentiert werden, die sind für mich in ihrer Durchschlagskraft alle nicht so stark wie die Idee einer solchen Fallverfolgung über Mobilfunk-Apps.

Für mich ist das wirklich das bevorzugte Werkzeug.

Wir sollten wirklich alles darangeben, dass auch umgesetzt zu bekommen.

Was Christian Drosten, der vielgefragte Virologe der Berliner Charité, derzeit sagt, wird zuweilen Gesetz.

Wortwörtlich.

…und das ist gut so.

Hat irgendjemand ernsthaft gedacht, dass wir einen Shutdown machen, um den nie wieder aufzuheben?

Es ist die schwerste Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg.

Was wir jetzt brauchen, ist für lange Zeit eine neue Normalität.

Es geht um Leben und Tod, so einfach ist das und auch so schlimm.

Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.

Es ist nicht die Angst, die uns in unseren Häusern und Wohnungen hält.

Es ist der Mut.

Es geht wirklich um Leben und Tod.

Nur wenn Recht mit Sanktionen auch konsequent durchgesetzt wird, sind wir erfolgreich im Kampf gegen das Virus.

Die Welt steht vor einer noch nie da gewesenen Prüfung.

Und jetzt ist der Moment der Wahrheit.

Diese Pandemie wird kein Land verschonen, egal wie fortschrittlich seine Wirtschaft, seine Fähigkeiten oder seine Technologie sind.

Vor diesem Virus sind wir alle gleich, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um es zu bekämpfen.

Wir befinden uns im Krieg.

Das Ziel ist klar: weniger soziale Kontakte, eine Verlangsamung unseres Lebens.

Am wichtigsten: Die Ausbreitung verlangsamen

Wir haben so viele Corona-Fälle, weil wir so gut testen.

Wenn wir nicht testen würden, hätten wir auch keine Fälle.

Trotzdem traue ich mich zu behaupten, dass unter den Gesichtspunkten des Virusschutzes der vielleicht manchmal unbequeme und lästige Mundschutz empfehlenswerter ist als der Aluhut.

Wenn sich das Gefühl ausbreitet, es gelte jetzt Entwarnung und alles werde bald wieder normal, werden wir das in zwei Wochen in den Infektionszahlen sehr schmerzhaft merken.

Die Zeit wird nicht spurlos an uns vorbeigehen.

Wir werden einiges von dem gemeinsam erarbeiteten Wohlstand preisgeben.

Aber wir sind und wir bleiben eine starke Volkswirtschaft – mit Millionen Menschen, die weiter anpacken oder wieder loslegen wollen.

So wie wir das Virus gemeinsam besiegen werden, so werden wir uns mit Fleiß und Klugheit auch aus dem wirtschaftlichen Tal gemeinsam wieder herausarbeiten.

Es wird einige Dinge geben, von denen ich bezweifle, dass sie jemals wiederkommen.

Das Oktoberfest 2020 muss ausfallen.

Das Risiko ist einfach zu hoch.

Man kann dort weder Abstand halten noch Mundschutz tragen.

Mit Corona zu leben, heißt vorsichtig zu leben, bis es Impfstoff oder Medikamente gibt.

Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen sind.

Der Coronavirus wird ab sofort alles verändern.

Niemand kann dir sagen, wann es aufhört.

Niemand kann dir sagen, wann du wieder zur Arbeit gehen wirst.

Geisterspiele werden in der Zukunft die einzige Überlebenschance für die Bundesliga sein.

Solange es keine Impfung oder keine wirksamen Medikamente gibt, wird uns diese Krankheit begleiten.

So lange wird es auch die Reisefreiheit, wie wir sie gekannt haben, nicht geben.

Diese Pandemie hat gezeigt, dass sehr viele politische Anführer keine Ahnung haben, was sie tun.

Ein Corona-Virus macht mir keine Angst.

Es ist die Angst der unbedachten Menschen, welche die ungesunde Panik mit sich bringt und damit vernichtender wird als das Virus selbst.

Sorge dich nicht um die Sorglosen.

Sie sorgen dafür, dass du dir bald keine Sorgen mehr machen musst.